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color correction

04.02.2016 - 26.03.2016

Stefan Lux und Michael Part

Stefan Lux und Michael Part gehen in der raumgreifenden, objekthaften sowie medialen Installation „color correction“ dem Verhältnis von Original und Reproduktion nach, indem sie sowohl den Herstellungs- als auch den Rezeptionsprozess von Medien in ihren Fokus nehmen und diesen ineinander verschränkt visualisieren.

Stefan Lux verhandelt in seinen Arbeiten häufig Abweichungen im Informationstransfer zwischen analogen und digitalen Medien, während Michael Part sich vorrangig mit analoger Fotografie und den ihr zugrunde liegenden physikalisch-optischen und chemischen Prozessen beschäftigt. Gemeinsam ist beiden Künstlern, dass sie mediale Eigenschaften experimentell ausloten und den Moment des „Ungesteuerten“ gezielt in ihre künstlerische Produktion integrieren.
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Aus einer Auseinandersetzung mit dem Silberbergwerk in Schwaz in Tirol entstand Michael Parts Objekt „untitled“, eine nicht fotografische Arbeit mit einem fotografischen Kontext. Schwaz war im Spätmittelalter das größte Silberbergwerk der Welt. Neben Silber wurde auch grüner Malachit abgebaut, ein Mineral und visueller Indikator für Silbervorkommen. Einerseits behandelt das von Part in Gelatine fixierte Malachitoxalat den Abbau von Malachit im Silberbergwerk Schwaz, andererseits steht es in Kontrast zu Silbergelatine, welche in der analogen Fotografie zum Vervielfältigen genutzt wird. Der leicht fluoriszierende Grünton der Gelatineplatten ist aufgrund seiner geringen Lichtechheit dem langsamen, unkontrollierbaren Prozess der Auflösung unterworfen.
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Ausstellungsansicht. Foto: Stefan Lux
Beim fotografieren der Arbeit „untitled“ stellte Stefan Lux fest, dass eine farbtreue Reproduktion von Malachitoxalat nicht möglich ist, da sich wahrscheinlich aus physikalischen Gründen, farbliche Differenzen zum Original ergeben. Das Grün der Gläser wird auf den Fotografien als Blauwert abgebildet. Somit spiegelt die Reproduktion nicht das Original wieder, der Farbton muss digital am Computer neu generiert werden um den Vergleichswert nicht zu verlieren. Es stellt sich die Frage nach der Reproduzierbarkeit von Originalen.
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Ausstellungsansicht. Foto: Stefan Lux
Stefan Lux’ Video „tiff“ bildet eine Fortführung und künstlerisch autonome Abbildung von Michael Parts „untitled“. Die fehlerhaften Abbildungen werden mit den in einer Raumflucht montierten Malachitoxalat-Gelatine-Platten überlagert. Durch die Projektion des Videos „tiff“ vermischen sich die neu entstandenen Farbwerte der Abbildung mit denen des zugrunde liegen den Originals. „untitled“ kann so in Kombination mit seiner eigenen Reproduktion neue Farbwerte generieren und erzeugt weitere Bildrealitäten im Ausstellungsraum.
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Ausstellungsansicht. Foto: WEST. Fotostudio
In der Tradition von Kunstwerken, welche verschiedenartige Erscheinungsformen von Gegenständen verhandeln, stellen Stefan Lux und Michael Part diese Auseinandersetzung in ihrer Ausstellung „color correction“ auf eine weitere Ebene. Die Eigendynamik von Abweichungen im Informationstransfer wird aufgezeigt und negiert letztlich den Begriff der Reproduktion, an dessen Stelle nun der Begriff einer ergebnisoffenen Entwicklung tritt.
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Ausstellungsansicht. Foto: WEST. Fotostudio
Stefan Lux, geboren 1964 in Münster (DE), lebt und arbeitet in Wien; Studium an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf; Ausstellungen u. a. Kunstverein Kassel, pinacoteca Wien, Ludwig Forum Aachen, Galerie Stadtpark Krems, Sammlung Lenikus Wien, Ursula Blicke Videoarchiv, Galerie 5020 Salzburg

Michael Part, geboren 1979 in Wien, lebt und arbeitet in Wien; Studium an Akademie der Bildenden Künste Wien und Städelschule Frankfurt am Main; Ausstellungen u. a. Galerie Andreas Huber Wien, 21er Haus Belvedere Wien, Westfälischer Kunstverein Münster, Josh Lilley Gallery London, Eikon Schaufenster MQ Wien, Upstream Gallery Amsterdam, Kunstverein Schattendorf, Fotohof Salzburg
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Ausstellungsansicht. Foto: WEST. Fotostudio
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Dank an:
Otto Wulz, AV4ART
Innsbruck Tourismus (www.ostermarkt.at)


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Eröffnung am Mittwoch, 03. Februar 2016 um 19.00
Begrüßung: Gregor Neuerer, Vorstandsmitglied
Einführung: Sofie Mathoi