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Montamor

22.01.2015 - 07.03.2015

Marie Aly

Die Frage nach der Rolle von Bildern, die materiell und anhand von Produktionskulturen in Erscheinung treten, ist Teil der unmittelbaren Erfahrung von Kunst. Ihr Verhältnis zur Gesellschaft bildet einen Zusammenhang, der die Möglichkeit birgt, fortwährend neue Bereiche unseres Lebens sichtbar zu machen.

Die Installation der in Berlin lebenden Künstlerin Marie Aly siedelt sich vor einer Reihe von Bezugsfeldern an, die von einer Umgebung sprechen, in der sich geschichtliche und populärkulturelle Fragestellungen begegnen. Die Wunderkammer, eine Inszenierung und begriffliche Ikone der Kulturgeschichte, stellt dabei einen der zentralen Bezugsrahmen der Präsentation in der Neuen Galerie dar - das Kreieren eines Ortes, der sich in ein Verhältnis mit der Welt begibt, der dabei das Recht beansprucht zu überraschen, das Rare und Kuriose zu verehren, sich zu entrücken und zu entkoppeln.
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Marie Aly, La Bleu 2, Öl auf Leinwand, 2014
Marie Alys Werk der letzten Jahre bildet einen Zugang zu Malerei und Plastik, der sich durch einen Prozess einzelner intuitiver Entscheidungen darstellt, der – übereinander lagernd – ineinander fließend zur Aufzeichnung unmittelbarer Erfahrungen wird. Sie wirft damit die Frage auf, wie ein Zustand der Gegenwart abzubilden ist, woraus sich ein solcher Zeitpunkt zusammensetzt, wie sich kulturelle Erinnerung, gesellschaftliche Identität und Kritik in Form eines Bildes äußern. Marie Aly konfrontiert damit gängige Auffassungen von Kultur mit gegenkulturellen Konzepten und Bildtechniken, und rückt das Visuelle, das Nonverbale, ins Zentrum gegenwärtiger Lebensformen.
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Ausstellungsansicht Foto: WEST. Fotostudio
Dieses Interesse am Bild, das sich aus sich selbst, aus einem malerischen und künstlerischen Handeln entwickelt, stellt erneut die Frage nach der Erfahrung des Visuellen als Teil des täglichen Lebens. Dabei verzichtet die Künstlerin vielfach auf konzeptuelle Überlegungen und Skizzen. Malerische Mittel dienen als Ausgangspunkt für eine intuitive Komposition, die Schicht für Schicht eine Geschichte von sich selbst erzeugt und als solche zum Teil unserer Gesellschaft wird.
Die Räumlichkeiten der Neuen Galerie in der Innsbrucker Hofburg, auf die Marie Aly anhand einer Reihe traditioneller Techniken wie Keramik, Malerei, Tapisserie und Radierung reagiert, zeigen sich weniger als eine heterotopische Parallelwelt, sondern vielmehr als intimer Ort zueinander in Beziehung stehender Erfahrungen und Fragmente.
(Gregor Neuerer)
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Ausstellungsansicht Foto: WEST. Fotostudio
Marie Aly (*1980 Berlin) studierte Malerei und Graphik in Dresden, Paris und Amsterdam. Malerei steht im Zentrum ihres künstlerischen Oeuvres, das durch Radierung und Skulptur erweitert wird. Inspiriert durch die Wunderkammern auf Schloss Ambras und im Grünen Gewölbe in Dresden inszeniert sie unter dem Ausstellungstitel „Montamor“ auf mit Stoffen bespannten Wänden neueste Arbeiten. Der Titel, den sie eigens für die Ausstellung kreiert hat, verweist auf einen Phantasie- aber auch Sehnsuchtsort, in der sich ihre Figuren verorten lassen. Es stehen großformatige Portraits im Mittelpunkt, die sich auf spielerische Weise zwischen Porträt- und Stilllebenmalerei bewegen.
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Ausstellungsansicht Foto: WEST. Fotostudio
In Marie Alys Arbeiten tauchen immer wieder historische Bezüge auf, seien es bekannte Figuren, religiöse Ikonen oder Figuren aus der Popkultur. In ihren Werken treffen unterschiedliche zeitliche Ebenen auf poppige Farbigkeit. Inspiration dafür findet sie im Alltag: In der U-Bahn, beim Zeitungslesen, im Internet, auf Versammlungen, Familientreffen, im Trödelladen oder im Museum.

Marie Aly arbeitet bewusst unkonzeptuell und ohne Skizzen, alles erwächst aus ihrer Vorstellung und Intuition.
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Ausstellungsansicht Foto: WEST. Fotostudio
Biografie:
Marie Aly *1980 in Berlin. Lebt und arbeitet seit 2010 ebendort.

Ausbildung:
2008-2010 Postgraduiertenstipendium De Ateliers, Amsterdam (NL)
2007-2009 Meisterschülerin, Prof. Ralf Kerbach, HfBK Dresden (D)
2007 Erasmus Stipendium, Ecole des Beaux-Arts, Paris (F)
2006 Gastsemester, Universidad de Bellas Artes, Barcelona (ES)
2002-2007 HfBK Dresden (Malerei und Grafik), Prof. Ralf Kerbach (Diplom mit Auszeichnung)
2001/2002 Universität für Angewandte Wissenschaften Wissenschaften Hamburg, Illustration und Kommunikationsdesign (Vordiplom)

Einzelausstellungen:
2015 Galerie Tegenboschvanvreden, Amsterdam (NL) 2014 We know that nothing else for Us is possible, Concordia 21rozendaal, Enschede (NL) (Katalog) 2012 Never touch an icon, Galerie Tegenboschvanvreden, Amsterdam (NL) (Katalog); Herztier, DNB (De Nederlandsche Bank Collection), Amsterdam (NL); De Ateliers – Off Space, Amsterdam (NL) 2008 Wolfszeit, Ostra 20 - Galerie für junge Kunst, Dresden (D)

Gruppenausstellungen:
2014 Soft Power, Galerie m2A, Dresden (D); I am not doing anything until I feel the need, DNB Amsterdam (NL); Oranzeria, kuratiert von Zilvinas Landzbergas, Vilnius (LT); Black Market, Lehrter 17, Berlin (D) 2013 Room with a view, Manifesta Office, Amsterdam (NL); AAAB, Parotta Project Space, Berlin (D); Weer ken ik u van? LUMC Collection, Leiden (NL); Utopie Pictorale, Villa Dutoit, Genf (CH); Kreuzberg Pavillon, #14 1x1, Aqua Carre, Berlin (D); Identity, Galerie Tegenboschvanvreden, Amsterdam (NL) 2012 15 European painters, Academy of Art, Moskau (RU): Necessarily true, de Garage, Rotterdam (NL) (mit Ben Cottrell, Andrew Gilbert, Paula Mueller und Derk Thijs) 2011 Art Rotterdam (NL); Wootation, Galerie die Schöne Stadt, Halle (D); SchwarzRotGelb - De fabriek Eindhoven (NL) 2010 PAINTING, Galerie tegenboschvanvreden, Amsterdam (NL); Offspring 2010, Final show, De Ateliers Amsterdam (NL) (Katalog); Alle gegen Kerbach, Galerie Zanderkasten, Dresden (D); Dresden, deine Musennester, Galerie Rothamel, Erfurt (D) 2009 Königlicher Malereipreis, Koninklijke Huis, Amsterdam (NL)(Katalog); Meisterschüler, Oktogon der HfBK Dresden (NL) 2007 Diplomausstellung HfBK Dresden (D) (Katalog)

Preise und Stipendien:
2012/13 Auftrag für vier Wandmalereien am Schloss Slangenburg, Niederlande
2012 Image of Russia, Arbeits- und Reise-Stipendium mit Ausstellung in Moskau
2011 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Sachsen für „Beizhütte“
2010 Starter Stipend, Fonds BKVB Amsterdam
2009 Koninklijke Prijs voor Vrije Schilder- Kunst (Königl. Malereipreis)
2008-2010 De Ateliers Amsterdam, Artist in residence
2007/08 Meisterschülerstipendium des Freistaats Sachsen

Bilder wurden für folgenden Sammlungen gekauft:
Sammlung Hare Majesteit Beatrix; Heden, Den Haag; Rijksgebouwendienst (Wandmalerei Schloss Slangenburg); LUMC, Leiden; private Sammlungen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden.
http://www.mariealy.de/
Dank an: Martin Reinisch STOlogoneuhomepageneu.jpg


Eröffnung: Mittwoch, 21.01.2015 um 19.00
Zur Ausstellung spricht: Gregor Neuerer, Vorstandsmitglied der Tiroler Künstlerschaft