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dieses wilde Klaffen

21.11.2008 - 03.01.2009

Ben Pointeker

Weihnachtsöffnungszeiten:
geöffnet: 02. – 03.01.2009, 11.00 – 17.00
geschlossen: 22.12.08 – 01.01.2009

Ben Pointeker bespielt den Kunstpavillon mit zwei raumgreifenden Installationen. In beide werden die RezipientInnen jeweils durch spezielle Eintrittsszenarien eingeführt und befinden sich dann sozusagen in dem Werk bzw. sind davon umgeben.
In suggestiven Bildsphären, die – vor allem im hinteren Raum - Muster des Erzählkinos wachrufen, beschäftigt sich Ben Pointeker mit Rhetorik und Struktur des (visuellen) Erzählens jenseits des Narrativen. Das dissoziierte, aus einem Erzähl- oder Denkmodus gelöste Bild und die Leerstelle sind dabei HauptakteurInnen.
Es tut sich eine Kluft auf indem der Künstler die Bilder auf unterschiedlichen Ebenen verschiebt, verrückt und versetzt: die Ebene der Verschiebung zwischen dem, was wir sehen und dem, was wir uns vorstellen ebenso wie die der zeitlichen Versetzung und der räumlichen Verschiebung. Vergleichbar mit einer Traumsequenz werden die BetrachterInnen zu Akteuren ohne selbst zu agieren. Sie werden Teil der Inszenierung und sind im Bild.
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Foto: Ben Pointeker
Beim Betreten des Kunstpavillons begegnet ihnen zuerst ein Monitor, der den Prolog bildet. Die einführende Ansprache ist fragmentarisch. Der Ton kommt aus einer anderen Richtung, als das Bild vermuten lässt und der Text ist – da geflüstert – nur teilweise verständlich.
Die vier im vorderen Raum gruppierten Videobilder, die als unterschiedliche Kräfte in der Zusammenschau ein Bild im Betrachter formen, dessen Wahrnehmbarkeit basaler als das Sehen ist, und ihn zu einem Teil des Settings machen, bestehen aus einzelnen Digitalfotos. Sie entstanden aus Experimenten mit Zeitrafferaufnahmen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Umgebungen und wurden mit choreografierten Bewegungen menschlicher Körper kombiniert. Mit dem resultierenden mehrschichtigen Material hat Ben Pointeker in der Nachbearbeitung und im Schnitt durch zeitliche Manipulation eine dramaturgische Gesamtbewegung geformt. In der Distanz lösen sich Körper und Umgebung in einer Art Gleichwertigkeit auf. Das Auseinanderklaffen der Bilder ist vorne im Gegensatz zu jenen der hinteren Installation räumlich verstärkt.
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Foto: Viktor Jaschke
Frans-Willem Korsten schreibt über die Installation im hinteren Raum:
„Eine der pragmatischen Lösungen des Problems, im Kino oder im Theater den Weg zu finden, sind die kleinen Lichter, die – hier und dort im Halbverborgenen – den Menschen zeigen, wohin sie ihren Fuß setzen dürfen und wohin nicht, ihnen den Platz und wieder den Ausgang weisen.

Nun stell dir vor: völlige Finsternis.
Tritt ein.
Hör auf dir etwas vorzustellen und sieh
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Beim Sehen aber wird zur Frage: was ist Sehen? Mit aller Macht drängen die Leitlichter zurück in unsere Wahrnehmung. Gewöhnlich schauen wir, um uns zu orientieren. Sei es als Reaktion darauf, sei es als Konsequenz daraus, legt es vielerlei Kunst darauf an, uns zu desorientieren. Unbeantwortet bleibt dabei die Frage, was Sehen ist. Doch genau das ist eine der Schlüsselfragen in Pointekers Arbeit. Um sie beantworten zu können, geht Pointeker auf Distanz zur konventionellen Sprache des Kinos und der Fotographie, um gleichzeitig in neue Fühlung mit ihr zu treten. Auf welche Weise ihm das gelingt, erinnert an konkrete Poesie. Doch das ist bloß ein Anklang. Konkrete Poesie war im großen und ganzen eine Reaktion auf etwas anderes: das, was wir schon kannten. Und genauso blieb konkrete Poesie im dialektischen Sinn begrenzt: auf das, was wir schon kannten. Bezogen aufs Kino weiß Pointeker, wie man aus dieser Schiene springt. Er zeigt es aber nicht. Was er zeigt ist was erscheint.

Wir finden uns in völliger Finsternis.
Ein Licht leuchtet, mehrere Lichter leuchten: ein Auto macht seinen Weg. Nehmen wir es wörtlich: ‘ein Auto macht seinen Weg’. Dieses Auto bringt niemanden von hier nach dort. Als Lichtwerfer macht es einen Weg. Andere Bilder folgen: alle öffnen sie ihre eigenen Wege. Wir schauen, gefangen im Licht dessen, was gezeigt wird - und unsere Sinne beginnen zu ahnen, was Sehen ist.“
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Dank an: Land Tirol, bm:ukk, Stadt Innsbruck, Fonds voor Beeldende Kunsten Vormgeving en Bouwkunst, Innovative FILM austria – Federal Chancellery Art, Contemporary Image Collective, Kellertheater

und an: Frans-Willem Korsten, Victor Jaschke, Jenny Beyer, Ine Lamers, Mayumi Nakazaki, John Colenbrander, Shaymaa Shoukry, Nagla'a Mohamed Younes, Sanja Dzal, Mücteba Caliskan, Muzaffer Dinc, Fatih Yalvaç, Muhammed Yalvaç, Sander Benen, Nora de Baan, Roderick Hietbrink, David Helbich, Ascan Breuer
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Foto: Ben Pointeker
Eröffnung am Donnerstag, 20. November 2008 um 18.30 im Rahmen der Premierentage 2008, Kunstpavillon, Rennweg 8a, Innsbruck

Eröffnung der Premierentage 2008 und der Ausstellung durch:
Landesrätin Mag.a Dr.in Beate Palfrader, Kulturreferentin des Landes Tirol
Bürgermeisterin Hilde Zach, Kulturreferentin der Stadt Innsbruck
Mag. Joseph Secky, Leiter der Abteilung 1 der Kunstsektion des Bundesministeriums
für Unterricht, Kunst und Kultur und
MMag.a Irene Tischler, Premierentage (www.premierentage.at)
Zur Ausstellung spricht Mag.a Ingeborg Erhart.