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same time tomorrow - A step is a dance. It is also a procession.

20.04.2012 - 02.06.2012

Heimo Lattner, Jaime Lutzo, Günter Puller, Judith Raum
Eröffnung: Donnerstag, 19.04.2012 um 19.00

Forschung wird von einem Großteil der Stimmen innerhalb der zeitgenössischen Kunstkritik als Grundvoraussetzung jeglicher künstlerischen Arbeitsweise betrachtet. Künstler als Forscher scheinen allerdings mit ihrer Praxis einen spezifischen Bereich innerhalb der Organisation und Kategorisierung von Wissen nach Systemen zu besetzen. Künstlerische Produktion, die aus alternativen Formen der Annäherung an Information entsteht (Information, die potentiell immer für jede und jeden zugänglich ist), lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken oder quantifizieren. Forschungsbasierte künstlerische Praxis ist nicht auf objektivierbare Schlussfolgerungen ausgerichtet. Vielmehr bewirken die ideologischen und oft emotionalen Anteile und die in ihrem eigentlichen Wesen subjektive Dimension des künstlerischen Prozesses, dass Forschung und ihre Ergebnisse abstrahiert und kondensiert werden. Statt an der reinen Beschreibung sozio-ökonomischer, kultureller und historischer Ereignisse (Wissen) interessiert zu sein, richtet sich der kritische Fokus künstlerischen Forschens auf das Sichtbarmachen von Prozessen der Erkenntnissuche (Denken). Künstlerische Arbeiten in diesem Sinne sind nicht Produkt; sie sind vielmehr die Dokumentation und Präsentation eines Prozesses; eine von künstlerischer Praxis beeinflusste und mit ihr im Wechselverhältnis stehende Recherche, die selbst wiederum dokumentarischer Natur ist.
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Ausstellungsansichten Foto: WEST. Fotostudio
Die Ausstellung Same time Tomorrow. A step is a dance, it is also a procession verbindet Positionen von vier KünstlerInnen, die in ihrer Praxis, Forschung und Beobachtungstechniken nutzen und Formen der Dokumentation zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit machen, während sich die von ihnen gewählten Annäherungsweisen an das untersuchte Material gleichzeitig deutlich unterscheiden. Mit künstlerischen Forschungen zu historischen, politischen, ökonomischen und kulturellen Fakten sowie kritischen Infragestellungen aktueller Zusammenhänge untersucht die Ausstellung die Dualität von Forschungsbewegungen, die von künstlerischer Praxis geleitet sind. Stets bildet hier der Prozess des Kunstmachens an sich ein essentielles Element, das – zusätzlich zum eigentlichen dokumentarischen Material – dokumentiert und ausgestellt wird.

Judith Raum
L’Inspecteur des Cultures


Die „Bagdadbahn“, ein gigantischer Plan für eine Eisenbahnlinie quer durch Anatolien und weitere Gebiete des ehemaligen osmanischen Reichs, die die Ölfelder von Bagdad mit Mitteleuropa verbinden sollte, wurde 1888 vom Osmanischen Reich initiiert und von deutschen Baugesellschaften unter Leitung der deutschen Bank realisiert. In deutschen, britischen und türkischen Archiven hat Judith Raum Bildmaterial und offizielle Korrespondenzen gesammelt, die die Ausbreitung deutschen Kapitals und die Sprach- und Bildpolitik, von denen die deutschen semi-kolonialen Anstrengungen in der Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt waren, dokumentieren. Neben der deutschen Stahlindustrie profitierten Dutzende andere Firmen und Unternehmer von dem großangelegten Bauprojekt. So förderte etwa die deutsche Textilindustrie Baumwollanbau und –produktion in Kleinasien, um zum Beispiel kleinere Manufakturen und Webereien in Bayern mit Rohstoffen zu versorgen. Die dort gewebten Textilien waren wiederum für einen globalen Markt bestimmt: gemusterte Ponchos, Tücher und Schals in den traditionellen Mustern verschiedenster Kulturen wurden von nordbayerischen Heimwebern in ihren Häusern produziert und weltweit vermarktet. Deutsche Landwirtschaftsingenieure (Inspecteurs des Cultures) wurden nach Anatolien entsandt, um die Nutzung von Landflächen zunächst zu untersuchen, dann zu beaufsichtigen und Profitabilität zu sichern.
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Judith Raum: L’Inspecteur des Cultures
Raum vermeidet die autoritäre, souveräne Sprache, wie sie in den offiziellen Dokumentationen und Korrespondenzen Verwendung findet, und kontrastiert sie mit behelfsmäßigen Strukturen und zufälligen Momenten, die die Lebensbedingungen der nomadischen Bahnarbeiter prägten. Die Künstlerin hat Belege für solche von Improvisation geprägten Umstände, die allerdings nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren, in den Archivmaterialien gefunden. Sie lenkt den Blick auf zufällig aufgegriffene Metallteile, die, mit Schnüren befestigt, Webern als provisorische Gewichte dienten, um Spannungsverhältnisse innerhalb der Webstühle auszutarieren, auf die Risse und Verknotungen an den Zelten, in denen Arbeiter schliefen, oder auf provisorisch errichtete Brücken entlang der Bahnlinie, die wie ein prekärer Balanceakt wirken, und wiederholt diese Gesten in einer multimedialen Installation. Dem hermetischen System von Macht, kolonialem Empfinden und Fantasien von Marktkontrolle, auf das das Bagdadbahn-Projekt verweist, wird der menschliche Maßstab, das Fragile und Absurde entgegengehalten.

So macht die Installation den künstlerischen Prozess und gleichzeitig die künstlerische Forschung in Form von alternativen Präsentationen historischer und archivarischer Dokumentation sichtbar. Einzelne Fragmente darin verdeutlichen unterschiedliche Zustände und Erkundungsmomente innerhalb des Arbeitsprozesses. Die Stoffbahnen reagieren auf Muster, die aus bayerischen, für den osmanischen Markt bestimmten Textilien dechiffriert wurden, und stellen gleichzeitig eine Reflektion des Mediums Malerei dar. Spuren von mit der Hand ausgeführten Druckvorgängen verweisen sowohl auf Produkte, die als Meterware erhältlich sind, als auch auf die mit künstlerischem Wert aufgeladene Leinwand.

In der Ausstellung hört man die Stimmen der Berliner Schauspieler Mira Partecke und Fabian Hinrichs, die Textdokumente aus historischen Akten der Deutschen Bank lesen.
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Judith Raum: L’Inspecteur des Cultures

Heimo Lattner
A Bird does not sing because it has an answer


Die Rauminstallation besteht aus Material, das der Künstler 2008 während eines dreimonatigen Aufenthaltes in Peking gesammelt hat. Sie umfasst eine Tischvitrine mit Textbausteinen, Fotografien und Notizbüchern sowie Audio- und Videoaufnahmen und eine großformatige Kartografie, auf der die historischen Verläufe des Reformprozesses in China seit 1989 – dem Jahr des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens – (überwiegend aus der Perspektive des Künstlers) vermerkt und zueinander in Verbindung gesetzt sind. Aufgrund der beschränkten sprachlichen Kommunikationsmöglichkeiten wählte Lattner die Position des außenstehenden Beobachters. Gleichzeitig ist er sich der Problematik durchaus bewusst, die bei dem Versuch, einen repräsentativen Ort wie den Platz des Himmlischen Friedens zu filmen, aus einer Position der Distanz resultiert. Die Frage, aus welcher Position heraus es überhaupt möglich und legitim ist, zu repräsentieren, steht im Zentrum seines Arbeitsprozesses. Diese Überlegungen wurden durch eine Raubkopie des Filmes “Chung-Kuo” (China) von Michelangelo Antonioni aus dem Jahre 1972, den der Künstler erst in Peking entdeckte, beflügelt. Der Film war bis 2004 in China verboten. Antonioni wurde eine verzerrte Darstellung vorgeworfen, zumal er alte anstatt neue Fabriken filmte. Seine Antwort darauf lautete: Er habe nie versucht, eine singuläre, objektive Wahrheit über China zu zeigen. Sein Blick als Außenstehender war gezwungenermaßen artifiziell; die Tatsache, dass vieles unerforscht blieb, war integraler Bestandteil der Wahrheit.
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Heimo Lattner: A Bird does not sing because it has an answer
Ausgehend von diesem Hinweis sammelte Lattner visuelle und akustische Eindrücke von Orten und kulturellen Gepflogenheiten an der Schwelle ihres Verschwindens. Oft waren es Stadtrandenklaven, die heute vermutlich bereits verschwunden sind, weil sie dem Druck des Wirtschaftswachstums des neuen China nicht standhalten konnten. Ist der Kollaps sozialer Strukturen die Konsequenz? Auf den Tonaufnahmen sind Lieder zu hören, die die Kulturrevolution überdauert haben und von alten Menschen bei ihren sonntäglichen Treffen noch heute gesungen werden. Aber schon die kommende Generation wird diese Lieder nicht mehr singen.

Jaime Lutzo
Camp Victory Megamix


Die amerikanische Künstlerin zeigt eine Videoarbeit, die aus youtube Videoclips besteht, die von im irakischen Camp Victory stationierten amerikanischen Soldaten produziert und online gestellt wurden. Außerdem umfasst ihre Installation das Skript zu einem Theaterstück PROLOUGUE: ENTHUSIASM AND COERCION (Prolog: Enthusiasmus und Zwang), das Funktionsmechanismen des kollektiven Bewusstseins herausstellt, anhand derer die youtube Aufnahmen zu deuten sind.
Die Clips zeigen Soldaten, die Pop Songs synchronisieren, einander veräppeln, oder Gegenstände in die Luft sprengen. Maschinengewehre werden zu Luftgitarren, Bulldozer balancieren auf zwei Rädern und an Kontrollpunkten entstehen spontane Choreografien beim Durchwinken von Fahrzeugen. Die Szenerien sind unheimlich, sogar verstörend. Dennoch nehmen sie dem Krieg etwas von seiner Unmenschlichkeit. In ihrem Hin- und Herpendeln zwischen extremem Stress und absoluter Langeweile agieren die Soldaten schlicht menschlich. Zu menschlich. Vielleicht sind wir es, denen es schwer fällt, Soldaten als Menschen zu betrachten. Tatsächlich scheint es einfacher, Distanz zu wahren, indem wir über Soldaten in Zahlen und über Kriege anhand von Kosten sprechen.
Während die Videos signifikante Aspekte der täglichen Realität dieser jungen Männer dokumentieren, verraten sie auch etwas über ihr Bedürfnis, Zeichen zu setzen. Die Clips können als der Versuch verstanden werden, Lebenszeichen an Familie und Freunde zu senden. Gleichzeitig stellen die Soldaten mit der Veröffentlichung des Materials auf youtube eine Art persönliche Dokumentation des Irakkriegs ins Internet. Jamie Lutzos Videoarbeit kann somit als historisches Dokument gesehen werden, währen das begleitende Skript, das mit einem Dialog über den spanischen Bürgerkrieg und Diktatur beginnt, versucht, sich dem Phänomen des kollektiven Bewusstseins anzunähern, wie es der französische Soziologe Émile Durkheim formuliert: “Die Gesamtheit der Überzeugungen und Empfindungen, wie sie den Durchschnittsbürgern innerhalb einer Gesellschaft zu eigen sind, verfügen innerhalb dieses Systems über ein Eigenleben. Man kann es als kollektives oder kreatives Bewusstsein bezeichnen.”
Mit minimalen Eingriffen strapaziert diese Arbeit die Vorstellung von einem kollektiven Bewusstsein und provoziert Fragen bezüglich der Darstellung und Wahrnehmung von Krieg.
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Jaime Lutzo: Camp Victory Megamix

Günter Puller
tERMINal-facts


Günter Pullers multimediale Installation ermöglicht einen Blick auf den aktuellen Stand eines Arbeitsprozesses, der bereits seit einigen Jahren andauert. Ausgangspunkt dieses Projektes ist das Drehbuch für einen Film, dessen Handlung in ein opernhaftes Geschehen eingebunden ist. Die Musik und einzelne Arien sind vom Künstler verfasst.

Die unterschiedlichen Objekte der Installation beziehen sich auf Ereignisse im Film. Ein Rad etwa verweist auf einen Verkehrsunfall, in den der Protagonist verwickelt wird. Auszüge aus dem Drehbuch sind mittels Siebdruck auf Requisiten aufgebracht. Neben Fragmenten aus dem Script (das immer wieder umgeschrieben wurde, wie aus den Datierungen der Blätter hervorgeht) und Teilen der Musik, die von den Protagonisten gesungen wird (tatsächlich wird der gesamte Text im Film gesungen) integriert Puller in seine Installation Geräte und Arbeitsbehelfe, die beim Filmdreh benötigt werden. Zu sehen ist somit ein "Making-Off" – eine Dokumentation, die Einblicke in den Entstehungsprozess der Arbeit des Künstlers gewährt. Da sich die Arbeit an "tERMINal-facts" über mehrere Jahre erstreckt, finden sich in Teilen der Installation auch Verbindungen zu Arbeiten aus anderen Projekten Pullers, sodass sich gleichzeitig ein System von Verweisen auf das Werk des Künstlers ergibt.
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Günter Puller: tERMINal-facts
Die Handlung erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der offensichtlich in einem westlichen Land lebt, dieses aber für immer verlassen möchte. Morgen. Noch weiß er jedoch nicht wohin. Was er außerdem nicht weiß ist, dass dieser Tag auch der letzte seines Lebens sein wird. Eine Gemüsehändlerin entpuppt sich als Revolutionärin, die von Veränderungen singt. Revolutionäre Gefühle vermögen beim Betrachter eine bestimmte Zeit und einen speziellen Ort heraufzubeschwören; letztlich bleibt jedoch unklar, in welcher Epoche die Erzählung tatsächlich spielt. Während einige Requisiten offensichtlich aus der Vergangenheit (der Kindheit des Künstlers?) stammen, scheint die Geschichte in der Gegenwart zu spielen – die Installation wiederum verweist auf die Zukunft (nah oder fern ist ebenfalls unklar – solange, bis der Film fertig gestellt ist).


Hili Perlson
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Günter Puller: tERMINal-facts
Heimo Lattner, * 1968 in Eisenstadt, lebt und arbeitet in Berlin. 1991-1995 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, 2000-2001 Studium am Whitney Museum of American Art, Independent Study Program, New York. Seit 2005 Mitbetreiber des projektraumes General Public, Berlin. 2002-2006 Diverse Lehraufträge an Kunstuniversitäten in Karlsruhe, Berlin, Venedig, Los Angeles uvm.; Zahlreiche Performances, Filmarbeiten und Ausstellungen im In- und Ausland (Auswahl): 2007 Die Stadt von morgen, Akademie der Künste/Berlin, 2007 Sharjah Biennale 8, Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate, 2004 Intervening the urban void, Public Space with a Roof, Amsterdam, 1999 Single mind, Gavin Brown Gallery, New York. Seit 1999 Mitwirkender des Künstlerkollektivs e-Xplo

Jaime Lutzo, * 1981 in Los Angeles, lebt und arbeitet in Berlin. 2003 Bachelor-Studium an der University of Michigan School of Art and Design, 2007 Masterstudium an der Donau-Universität Krems.
Zahlreiche Publikationen, Preise und Auszeichnungen: Palazzola Memorial Award für Fotografie (2000), Alice Webber Award für Film und Video (2000), Le Pavillon Residency im Palais de Tokyo, Paris (2006-2007), Gold Key in Photography, Scholastic Art Award (1998). Diverse Performances sowie Ausstellungen im In- und Ausland (Auswahl): 2005 The Void, Museum of New Art, Detroit; 2007 Double Paysage, Cité Internationales des Arts, Paris; 2010 Immer wieder Wiedersehen…, Verein Schedhalle, Zürich; 2010 KSR, General Public, Berlin
Günter Puller, * 1964 in Wien, lebt und arbeitet in Wien. Neben kuratorischer Tätigkeit (2008 An den Grenzen der Begriffe, Kontrast Filmfestspiele Bayreuth / Top Cinema Vienna, General Public Berlin), diverse Publikationen (CPSA Journal, New York) und Auszeichnungen, wie Award for Yellow Pages, magmart Festival (2007). Zahlreiche Einzel- sowie Gruppenausstellungen im In- und Ausland (Auswahl): 2011 Göteborg International Film Festival, Sweden, 2010 the new intimists - NURTUREart New York, 2010 LOOP Festival Barcelona, 2009 Provisional Dwellers - Salzburger Kunstverein, 2009 18. dokumentART, European Festival for Documentaries, Deutschland/Polen, 2009 Sample - Deutscher Künstlerbund Projektraum - Berlin, 2008 Overload - ATHICA Institute for Contemporary Art Georgia/USA, 2008 networked - Gallery Aferro New Jersey USA, 2007 visions in the nunnery - bow arts trust London, 2006 Günter Puller - General Public Berlin, 2005 the n0 project - Galerie Andreas Huber Wien

Judith Raum, *1977 in Werneck, lebt und arbeitet in Berlin. 1997-2004 Kunststudium an der Städelschule Frankfurt/M. und an der Cooper Union School of Arts NYC; 2001-2006 Studium der Philosophie, Psychoanalyse und Kunstgeschichte an der Universität Frankfurt/M. 2006-11 Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin, derzeit Stipendiatin der Graduiertenschule für die Künste und Wissenschaften der Universität der Künste Berlin.
Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, wie Sommerakademie Paul Klee Zentrum Bern (2009), artist in residence, Platform Garanti, Istanbul (2008), DAAD Künstlerstipendium USA (2001). Diverse Publikationen, Projekte, Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland (Auswahl): Harmless Entrepreneurs, uqbar Berlin; Even Running, Goethe-Institut Dublin (2011); Abstract Derive, Ludlow 38, New York (2010); Judith Raum/Contemporary Arts Library Services, Frankfurter Kunstverein (2008); It takes something to make something, Portikus Frankfurt/M (2007)