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A Stolen Moment

08.04.2005 - 04.06.2005

Gregor Neuerer

Der Kunstpavillon im Hofgarten, der um 1950 zur klassischen Oberlichtgalerie umgebaut und ehemals als Teesalon errichtet wurde, hat nun – wie es scheint – wieder eine bauliche Veränderung erfahren.

Gregor Neuerer benutzt für seine Rauminstallation die vorhandenen Gegebenheiten der Galerie, führt sie weiter und definiert sie in einem neuen, größeren Sinnzusammenhang. Es geht um jene Räume und deren Bedingungen, die in Bezug zu Strategien multinationaler Konzerne stehen. Eine zweiminütige Filmsequenz „One minute for yourself“ und die beiden Fotoserien „Someone´s experience as someone´s sourroundings“ und „....“ (Staten Island Ferry Car Park) werden in einer Ausstellungsarchitektur präsentiert, die den Parametern dieser „globalisierten“ Räume folgt. Gregor Neuerer hat in der Ausstellung „A Stolen Moment“ ein Ineinandergreifen von informativen und räumlich erfahrbaren Elementen konstruiert, die in sich weitgehend abstrakt und autonom bleiben.

Die Serie „Someone´s experience as someone´s sourroundings“ entstand während der letzten Jahre in der City of London, dem Versicherungs- und Bankendistrikt in London. Gregor Neuerer geht dabei Spuren nach, die Benutzer dieses urbanen Raums durch Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten hinterlassen. Die Arbeit widmet sich dabei jenen Stellen von Gebäuden, wie Fassaden oder Eingänge, die am öffentlichen Leben teilnehmen. In Zusammenhang mit der Büroarchitektur der City nehmen diese Bereiche im Alltag der Menschen eine komplexe Bedeutung an, die zum einen auf persönliche Körperzustände und zum anderen auf vorhandene räumliche und politische Strukturen verweisen.

Die Nachtaufnahmen von parkenden Autos von Pendlern am Parkplatz der „Staten Island“ Fähre in New York zeigen einerseits ebenso Realitäten großstädtischer Arbeitswelten und Lebensumstände und lassen andererseits Rückschlüsse auf private Situationen der einzelnen Fahrzeughalter zu. Die Abwesenheit der Menschen, die diese Räume nutzen ist beiden Fotoserien inhärent.

„One minute for yourself“ ist das Portrait eines Mannes, der sich in einem undefinierten Ort aufhält. Sein Verhalten lässt auf seine Umgebung und seine Profession schließen. Vielleicht ist er einer der Banker oder Börsenmakler, der sich für kurze Zeit aus seinem beruflichen Umfeld ausklinkt um für sich zu sein?

“A Stolen Moment” dreht sich inhaltlich um „Corporate architecture“, um Architektur aus subjektiver Sicht, darum wie sie reglementierend auf die Gesellschaft einwirkt und darum wie sie vice versa von den Nutzern instrumentalisiert wird.
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Videostill aus One minute for yourself